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Autor Thema: TC 2,5 - Review  (Gelesen 14236 mal)

Touchdown

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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #15 am: 06. März 2011, 13:58:26 »

Das ganze aus Sicht eines LARP-Nuggets:

Die Spielleitung hatte nicht untertrieben, eine gemütliche Hütte, die weder über fließendes Wasser, noch über Strom verfügte, erwartete den geneigten Spieler. Dazu noch ein unbefestigter Feldweg, der jeden Fahrer eines etwas tiefer gelegten Kraftfahrwagens die Schweißperlen auf die Stirn jagen würde.  Postapokalyptischer Charme, soweit so gut. 

Relativ spät am Abend ging es dann IT: Nach dem wir zu dritt auf einer Lichtung am Waldesrand ausgesetzt wurden, hieß die Parole: „Zurück zur Hütte“. Das einzig ungeschickte daran war: In dieser Richtung schienen Zylonen ihr Unwesen zu treiben; unablässig und doch recht beeindruckend lief ein rotes Lichtlaufband Patrouille. Einzige Möglichkeit: Das ganze schön großräumig umlaufen. Eine halbe Ewigkeit später und einmal in die falsche Richtung laufend, erreichten wir dann doch noch die Hütte.

Innen erwartete uns nun mehr oder minder ein geordnetes Chaos: Der Eigentümer der Hütte lag mit einer circa neun Millimeter großen, kreisrunden Wunde im Bereich des Frontallappens in seiner Behausung. Ein Haufen zusammengewürfelter und verängstigter Zivilisten pferchte sich in das Wohnzimmer des Hauseigentümers, der wohl offensichtlich konspirativ tätig war. Zu allem Überfluss schienen die Zylonen noch immer um das Haus zu schleichen, weit entfernte Kampfgeräusche verhießen ebenfalls nichts Gutes.

So, ich war also rechtzeitig zum Ende der Welt gekommen: Mir machte es zwischenzeitlich etwas Sorgen, der einzige militärische Charakter zu sein. Gefühlte tausend Augenpaare lasteten auf mir und warteten auf eine Aktion meinerseits. Und siehe da, mein Charakter schien der Lage nicht wirklich gewachsen zu sein. Ist ja nicht so, dass die Juristenausbildung einen auf eine solche Situation vorbereiten würde.

Irgendwann gelang es dann, kurzfristig Funkkontakt zum Rest der Zivilisation zu erhalten: Die Colonial Forces würden einen eine SAR-Mission senden. Juhu, ein Lichtschweif am Horizont! Jetzt hieß es also durchhalten bis der verfrakkte Raptor kommt. Allerdings verzehrte sich mein Körper nach der langen Autofahrt sowohl OT als auch IT nach einer Mütze Schlaf. Dementsprechend passiv ließ ich die Sache an diesem Tag dann ausklingen.

Nachdem die ersten Gerüchte gestreut wurden, die die Gruppe potentiell spalten konnten (hier noch mal ein Lob an die SL: Irgendwie gab es keine menschliche Eigenart, die in der Gruppe nicht vertreten war), wurden die Nachtwachen eingeteilt: Mich traf es mit der ungeschicktesten Wachperiode, der Mittelwache, die ich mit meiner geschätzten Anwaltskollegin teilen durfte. Im Halbschlaf versuchten wir uns mit Juristenwitzen wach zu halten (ich sag nur § 90b). Die Paranoia hatte aber bereits voll zugeschlagen: Wir hörten überall Geräusche, wo definitiv keine waren, außerdem verfluchte ich an diesem Abend ein gutes Dutzend mal die blinkenden Alarmanlagen der geparkten Autos. Merke: Toaster und Autos sind offensichtlich nahe Verwandte! Am Ende der Nachtwache war dann das erste Opfer zu beklagen, das nicht durch Zylonenhand von dannen ging.

Am nächsten Morgen erhärteten sich die Verdachtsmomente gegen unseren hoch geschätzten Doktor, der nicht unbedingt der anständigste Charakter auf Picon gewesen zu sein schien. Des Weiteren hofften wir in dessen verunglücktem Kraftfahrzeug Ersatzteile für das teilweise funktionsunfähige Funkgerät zu finden. Also: Die beiden Zivilisten, die den Weg kannten, sollten mich dort hin führen. Gesagt getan, allerdings war das Auto nicht mehr an Ort und Stelle (analog „Der Plan“ hatte die SL die Autos beseitigen lassen  ;)). Eine Wanderkarte vor Ort verhieß aber einen Aussichtsturm, der interessant sein könnte. Dieser wurde dann als Zwischenziel für den Rückweg gewählt. TREFFER! ZYLONEN-ALARM: Gleich zwei Toaster bewachten den Aussichtsturm! Aber was bewachten die da? Das war jetzt die Frage, wir versuchten uns aufzuteilen und unabhängig voneinander die Stellung auszuspähen. Dies gelang dann unserem flinken Zivilisten Troy. Wir wollten aber, wenn wir schon da waren, nicht mit leeren Händen zurück und beschlossen, wenigstens den MKI auszuschalten.
Das ganze ähnelte aber einem überdimensionierten Jump-and-Run, da uns der Centurio überall hin folgte, nur nicht dorthin, wo wir ihn haben wollten. Aus purer Verzweiflung beschlossen wir, den Centurio abzulenken und Troy als schnellster Sprinter wollte versuchen, ihn durch gezielten Körpereinsatz von den stählernen Beinen zu holen. Erstaunlicherweise bzw. erwartungsgemäß gelang das nicht. Der Weg durch ein Dornengebüsch führte uns dann wieder zurück zur Hütte.

Anstatt mit offenen Armen erwartete man uns mit gezogener Waffe: Aber halt, wer bei Hades sind die denn? Das sind nicht unsere Zivilisten, das ist eine dritte Partei, die absolut keinen Spaß versteht. Die Losung hieß erneut Fersengeld. Etwas abseits der Hütte ließen wir uns zu dritt eine MRE schmecken, währenddessen eine kurze taktische Besprechung und die Gewissheit, die Hütte zu dritt und mit zwei Feuerwaffen gegen eine unbekannte Anzahl von Verteidigern zu stürmen.

Doch trotz waldläuferischer Leichtfüßigkeit wurden wir relativ schnell entdeckt, aber wenigstens wurden wir dieses Mal nicht mit gezogener Waffe begrüßt. Bei der neu hinzugekommenen Gruppe handelte es sich um Freunde des Hütteneigentümers, die sich selber als Söldner titulierten und die über sein fremdindiziertes Ableben nicht gerade erfreut waren. Nach dem hier einigermaßen die Fronten geklärt waren, stellte sich heraus, dass unsere Neuankömmlinge sowohl über massive Feuerkraft, als auch militärischen Background verfügten. Nach dem sich diese ohne viel Gezeter unter mein Kommando gesellten  (so langsam fing die Sache an, verdammt Spaß zu machen!), zeichneten meine beide Waldführer Anteia und Troy eine Karte, mit Hilfe deren ein Schlachtplan entworfen wurde. Gleichzeitig erschien – die Götter wollten dem inkompetenten Treiben meines LTs wohl ein Ende setzen – eine schwerbewaffnete Ensign des Marine-Corps, die die Rettung zu verheißen schien.

Die zylonische Stellung, die wie wir wussten eine Flak-Stellung beherbergte und somit eine Raptor-Landung so gut wie aussichtslos machte, musste zerstört werden. Also: Nach Besprechung der Lage wurde durch die kampferfahrenen Söldner und die Ensign ein kurzer Schlachtplan entworfen. Ähnlich wie kurz zuvor wollten wir die Zylonen ablenken, voneinander trennen und dann die Stellung sprengen. Auf dem kurzen Fußweg dorthin hatte ich, obwohl ich wusste, dass es nur eine gespielte Handlung darstellte, ein sehr ungutes Gefühl im Bauch, die dichte Atmosphäre des LARP hatte mich dann endlich auch gefangen. Oben am Hügel angekommen ging der Angriff unkoordiniert los (das hatte aber auch meine Wenigkeit als inkompetenter LT zu verschulden) und nach einer kurzen Weile und einem handfesten Gefecht (auch das war für mich als Newbie faszinierend: Man wusste in dem Durcheinander nicht mehr wo hinten oder vorne liegt) war die zylonische Stellung zwar zerstört, aber wir hatten sowohl einen leicht- als auch einen schwerverletzten zu beklagen und die Ensign wurde vorzeitig zu den Göttern zurück gerufen. FRAK: Ich hatte tatsächlich deswegen angefangen zu zittern.

Die Rückkehr zur Hütte erwies sich dann auch als Fiasko: Zum zweiten Mal an diesem Tag wurden wir mit gezogener Waffe begrüßt. Intrigante Gerüchteküche vermischt mit Paranoia und mit der Angst, nicht an Bord des einen Raptors zu kommen, ließen die Söldnerin, die zur Verteidigung der Hütte zurück geblieben war, durchdrehen. Es gab daher ein wildes Feuergefecht, das wieder zu letalem Kollateralschäden führte. Ich ertappte mich bei dem Gedanken: „Sehr gut und wieder einer weniger, wenn es so weiter geht, reicht eine zweisitzige Trainingsviper vollkommen aus.“ Just in diesem Moment  schaute ich zum dritten Mal an diesem Tag in den Lauf einer geladenen Waffe: Unsere Frau Staatsanwältin hatte sich von der Formal- zur Parabellumjustiz gewandt und meine Anklage lautete wohl „man-weiß-nicht-wem-man-trauen-kann“. Nach dem wir uns beide der Tatsache besinnten, dass die Feinde nachwievor die Zylonen waren, senkten wir beide die Waffen. Um Haaresbreite hätte das auch ins Auge gehen können. In der Hütte lag die verletzte Rädelsführerin, die nach einer kurzen Fingerkrümmung meinerseits weder Medikamente noch einen Platz an Bord des Raptors mehr benötigte würde. Ich war in dem Moment von mir selbst erstaunt, wie einfach mir das vom Zeigefinger ging. Aber das ganze hier sollte ja schließlich auch eine Grenzwerterfahrung sein.

Am Abend gesellten sich weitere „Freunde“ des Hütteneigentümers zu uns, die allerdings schmackhafte Nahrungsmittel mit sich führten. Die Frage „wer-darf-morgen-mit“ vertagte ich zwar, nach dem wir wieder einmal mehr geworden waren bis zum nächsten Morgen, zwischenzeitlich setzte sich allerdings der Gedanke „Was würden die machen, wenn sich der LT jetzt selber richtet?“ in meinen Gedanken fest. So viel zum Thema Brainfrak.

Die Nacht verlief unspektakulär und der nächste Morgen lachte leider erbarmungslos zum Fenster herein. So, jetzt würde es also um die Plätze gehen und ich sollte über Leben und Sterben richten. So hatte ich mir den JAG-Corps auch nicht vorgestellt. Nach dem unsere „Gäste“, wie ich die letzte Gruppe zu titulieren pflegte, nicht vollends einig waren, ob wir bezüglich des Krieges gelogen hätten, erwies sich das Einteilen für den Raptor als für meine Verhältnisse zu einfach. Lediglich ein Mitglied der „Gäste“ machte Stunk und wurde dann anstelle des Doktors ausgewählt. Obwohl es nicht meine Art gewesen wäre, sollte ich mit dem ersten Raptor mit um Hilfe/Verstärkung zu organisieren.

Zwischenzeitlich erreichte mich eine Funkmeldung, der Raptor wäre unterwegs und würde unter schwerem Beschuss liegen. Mit einem deftigen Fluch zu den Göttern meinerseits verschwieg ich die Tatsache den anderen, um nicht noch zusätzlich Angst zu schüren. Nur die Rauchfahne, die der Raptor hinter sich herzog, sprachen dann andere Bände. Während wir Auserwählten auf den Raptor warteten und ich dabei noch aus purem Stress zur ranghöheren Rettungscrew impertinent wurde, griffen von hinterrücks die Zylonen an. Noch im Rennen kam mir der Spruch „You can run, but you can’t hide“. Nach der Rettung, die zwar so auch nicht geplant war, war die Con viel zu schnell vorbei.

So, nach dem viel zu langen Text (sorry, ich musste das für spätere Zeiten einfach konservieren) jetzt mein Danke, die Reihenfolge ist allerdings nur spontan entstanden:
- Anne für die vielen kleinen Details, die das ganze hier ausmachten und die Geduld, das Gebrüll und die Handlungsarmut des unfähigen LTs auszuhalten/zu ertragen
- Stefan für die gute Seele hintendran
- Kate für mich immer mal wieder geistig auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen
- Dem Specialist für die vielen militärischen Ratschläge
- Dem Petty Officer für das gute Gefühl, hier der Boss zu sein
- Troy und Anteia für den Waldausflug und für das mulmige Gefühl bei der letzten Nachtwache (ja, auch Messer wären Waffen gewesen, die frau abzugeben gehabt hätte)
- Ina (?) für einige graue Haare, die Du mir als aufsässiger NSC beschert hast
- Dem Doktor, der mir trotz der ganzen Anbiederung immer noch suspekt war, ob dessen Befehlstreue ich aber den Hut ziehe
- Der ehemaligen Ärztin und mittlerweile Schamanin fürs Zusehen am langsam in den Wahnsinn abgleiten und für den sensationellen „So say we all“-Moment
- Die zweite LT, die mir immer suspekt war und wie sich im Raptor rausgestellt hat, nicht zu Unrecht
- Den beiden Zylonen für Eure pure Präsenz (insbesondere Bob fürs plötzlich rennen können; Du hast mir eine Scheißangst auf dem Hügel eingejagt) und die skurrilen Momente mit Passanten (das mit dem Hund war sensationell!)
- Generell allen Spielern und NSCs die mich unterstützt haben und mir neue Spielansätze ermöglicht habt. Ihr wart klasse und eine echte Unterstützung für mich als Newbie.
- Und zuletzt Ron D. Moore und Glen Larson, die den Serienkosmos entworfen haben und mir so die Chance gegeben haben, auf Euch nette Leute zu stoßen.
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Nalim

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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #16 am: 06. März 2011, 21:05:40 »

So, nach dem viel zu langen Text (sorry, ich musste das für spätere Zeiten einfach konservieren)

Muchas gracias! Ich schmeiß mich hier gerade weg vor Lachen  ;D
Und eine konservierte Gedankenstütze hilft dem Erinnerungsvermögen meines alten Hirns doch sehr...
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #17 am: 07. März 2011, 00:39:36 »

Zum Thema Waffen: Hey, du hast nicht versucht sie dir zu nehmen :P
Selbst schuld, mein Guter...
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #18 am: 07. März 2011, 20:58:29 »

Hey zusammen,

also Touchdown, danke für diese ausführliche Beschreibung der Ereignisse, da merkt man gleich was man verpasst hat. Aber ich kann mir das echt gut vorstellen. Danke viel mahls
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Touchdown

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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #19 am: 08. März 2011, 12:25:21 »

Ähm ja: Kurzer Paranoia-Nachtrag: Ich hatte neulich abend noch nen Omnibus vor mir, dessen rote Fahrzielanzeige defekt geblinkt hatte und ich hab mich selber ertappt, wie meine Hand Richtung nicht vorhandener Seitenwaffe ging^^
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #20 am: 10. März 2011, 13:04:45 »

Im Halbschlaf versuchten wir uns mit Juristenwitzen wach zu halten (ich sag nur § 90b).

Ich schlage einen weiteren Anhang vor: § 90c - für Offiziere. Natürlich ohne den Artenschutz  ;D
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #21 am: 10. März 2011, 13:06:39 »

Ich hoffe für euch, dass ihr das BGB meint und nicht das StGB  ;)
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #22 am: 10. März 2011, 13:44:08 »

Frak! Feind hört mit...
... und dann ist er (sie) auch noch vom Fach!  ;)


edit: stimmt... 90 StGB ist wirklich böse
« Letzte Änderung: 10. März 2011, 14:42:04 von Nalim »
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #23 am: 10. März 2011, 14:54:08 »

TC2,5 - oder mein erstes larp

Nachdem ich mich nun von den physischen und psychischen Schädigungen durch das Wochenende erholt habe <bg>, schreib ich jetzt auch endlich was, allerdings aus meiner ganz eigenen Sicht, denn über die Vorkommnisse ist hier ja schon schön geschrieben worden.

Meine Erwartungen waren:
  • rausfinden, ob mir larpen Spaß macht
  • mit netten Leuten ein schönes Wochenende verbringen
Gleich mal vorneweg: wurde beides zu 100% erfüllt, und je mehr ich mich dran erinnere, umso besser wird es, es kommen immer wieder witzige Momente ins Gedächtnis...

Ich habe damit gerechnet, dass in der ersten Nacht ein Anmarsch zur Hütte stattfindet und dass man am Samstag weiter durch den Wald zieht (mit Feindkontakt) zur gemeldeten Abholstelle, die die in der Zwischenzeit leicht umdekorierten Hütte darstellt. Tja, knapp daneben ist auch vorbei  ;). Da ich eine der schießtechnisch unnützen Zivilisten war und somit Samstag in der Hütte, würde ich meinen erhaltenen physischen Härtegrad mal auf 1 setzen. Ich hatte nämlich auch das "Problem", dass ich mich in der postapokalyptischen Hütte pudelwohl gefühlt habe - mein Charakter hätte aber schockiert sein müssen.

Melinda hatte ich als Beamtin im Grundbuchamt geplant, Typ "Bürotussi", absolut verfassungskonform und pazifistisch. Gewalt war für sie das Aufdotzen eines Marmeladenglases zum Öffnen und brutale Gewalt, wenn dabei der Fingernagel abbricht. Und sie hat sehr miese Erfahrungen mit ihrem Ex gemacht. 
Ein paar Tage vor dem Wochenende hat sie eine Büromail erhalten aus der hervorging, dass eine bestimmte Person kriminell ist. Da diese eventuell noch weiter bespielt wird, schreibe ich hier nicht wer oder warum sondern nenne sie im folgenden einfach "mein Opfer". Denn irgendwie musste ich mich davon überzeugen, dass sie wirklich diese Person ist und sie dann zur Rede stellen bzw jmd. mit Exekutivbefugnis davon in Kenntnis setzen. Da die Büromail allerdings Melinda gar nicht betroffen hat, sie aber aus Neugier sie schnell gelesen hat, hat sie sich erst langsam wieder daran erinnert, so dass erst am Samstag Abend der Verdacht als Tatsache ausgesprochen war. Zu gerne hätte ich meinem Opfer den Rucksack heruntergerissen und durchwühlt, aber Melinda hätte das nie getan  ;)

Nun will ich ein paar meiner "Heldentaten" beschreiben:
  • Als mir der Verdacht zur Gewissheit wird, bitte ich Hayes zu einem Gespräch unter vier Augen, weil mein Opfer mit im Raum ist. Sie ist etwas verwirrt, meint aber ich solle "es" zur Rede stellen. Wieder im Raum tue ich das und im selben Moment wird mir klar, dass ich mein Opfer mit einer anderen Person verwechselt habe...
  • am Abend bohre ich etwas bei meinem Opfer, stoße aber ziemlich schnell auf Granit auch weil die Frage, wer überhapt mit dem Raptor mitkommt, am nächsten Tag erst geklärt werden soll. Beim Abendessen dreht dann mein Opfer den Spieß um und grillt mich, warum ich denn so gegen sie hetze und ob ich persönlich sie wirklich für schuldig halte. Als Gipfel fragt sie denn auch noch ob ich nervös sei, was ich bestreite... Frak, ich war verdammt nervös! Für mich war das Gespräch schon etwas in der Richtung mindfrak bzw unangenehm, da sie mir als Spielerin haushoch überlegen war. Hat mir aber sehr gefallen.
  • Am ersten Abend kurz nach unserer Ankunft in der Hütte, sehe ich dass die Reporterin draußen mit der Taschenlampe rumfuchtelt und offenbar Lichtsignale gibt - und wir hatten dort kurz zuvor noch Toaster gesehen. Ich pflaume sie an was das denn soll, das könnten doch die Toaster sehen. Allerdings war das aber eine OT-Hilfe für die noch 3 Anzukommenden aus dem Raptor die länger gebraucht haben.
  • Paranoia kam mit der Zeit wirklich auf: Samstag Abend stelle ich fest dass meine Aktetasche durchwühlt wurde und schiebe dies auf mein Opfer (sie könnte ja die Akte gesucht haben). Es waren allerdings die Söldner vom Morgen.
  • Ebenso hab ich, nachdem mir schon auf der nächtlichen Anreise Hayes von ihrem Verdacht gegenüber dem Doktor erzählt hat, mich bei jedem Medikament dass der Doktor verabreicht hat, gefragt ob dies nun echt oder wieder ein komischer Medikamentenversuch ist.
  • Glücklicherweise blieben die Kaffeeweißer/Zucker-Injektionen für alle ohne Folgen, mal abgesehen davon dass spätestens Sonntag wirklich die ersten Verstrahlungserscheinungen auftreten mussten. Dass ich beim Zähneputzen allerdings echtes Nasenbluten bekam - so realistisch hätte ich es dann doch nicht gebraucht  ;D

Noch ein paar geniale Sachen:
  • das willkommens-Betthupferl auf dem Kissen fand ich süß. Witzig wäre noch ein Zettel dabei in der Richtung "das ist das letzte Schöne was ihr die nächsten Tage bekommt"
  • mein Wissen bzgl meinem Opfer brachte mich enger mit der Priesterin zusammen, da sie eine spezielle Vision hatte. Durch OT-Wissen (schaut aus wie ein Raider) war mir klar, das ist wichtig, aber keiner wollte auf sie hören. Du hast sie toll gespielt! Super witzig fand ich dann beim Frühstück als einer ein Croissant hochgehoben hat "das schaut doch aus wie ein Raider".  ;D Leider hat die Priesterin das nicht mitgekriegt, wäre interessant gewesen...

Was hab ich schlecht gespielt?
  • Melinda die schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hat, wäre nie nie niemals alleine mit dem Doktor auf Wache gegangen - allerdings war ich eh dafür nicht eingeplant gewesen, aber die abzulösende Wache hat die Personen der neuen Wache nicht gefunden. Und nachdem alle Personen in dem Raum aufgeweckt worden waren durch die Suche, sind halt er und ich gegangen.
  • Melinda hätte sich viel mehr über die Kälte und die miesen Verhältnisse beklagen müssen, ich habe lediglich am Samstag es geschafft immer wieder zu motzen und zu jammern
  • am Sonntag bin ich nicht mehr richtig in die Rolle gekommen und bin daher weitgehend unbeteiligt rumgesessen, ich hab aber keine Ahnung woran es lag
  • insgesamt war der Charakter Melinda zu langweilig, aber für den Einstieg und als Wegwerfrolle ganz ok

Da ich dieses Treffen zum Lernen und Ausprobieren erkoren und genutzt habe, würde ich mich über Feedbacks zu meinem Spiel sehr freuen (PN oder Mail, ist egal)!

Zum Schluss nocheinmal ein ganz großes Dankeschön an alle die beteiligt waren das Wochenende zu einem tollen Erlebnis gemacht zu haben!  :)
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #24 am: 10. März 2011, 18:12:05 »

Ich hoffe für euch, dass ihr das BGB meint und nicht das StGB  ;)

Natürlich BGB... § 90 b BGB lautet: "Cylonen sind keine Sachen. Auf sie sind jedoch die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist."  ;D

Zitat
Glücklicherweise blieben die Kaffeeweißer/Zucker-Injektionen für alle ohne Folgen, mal abgesehen davon dass spätestens Sonntag wirklich die ersten Verstrahlungserscheinungen auftreten mussten. Dass ich beim Zähneputzen allerdings echtes Nasenbluten bekam - so realistisch hätte ich es dann doch nicht gebraucht   ;D


Ja, meine Auswirkungen der Strahlenkrankheit in Form eines leichten Sonnenbrands (vielleicht auch Rost?) hätte ich auch nicht gebraucht^^
« Letzte Änderung: 10. März 2011, 18:18:16 von Caitlin »
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #25 am: 10. März 2011, 19:00:22 »

Sonnenbrand??? Auf die bombige Strahlung könnte man den ja zurückführen oder vielleicht auch auf den Fallout - aber wenn ich mich richtig erinnere hab ich die Sonne das ganze Wochenende erst auf der Rückfahrt irgendwo in Hessen gesehen  ;)

Mist, nachdem nun der Wortlaut von 90b raus ist, sollte ich mich vielleicht mal verkrümeln mit dem 90c  ;D
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #26 am: 10. März 2011, 21:45:03 »

Ach zur Not nehmen wir den § 90 WDO, das passt auch halbwegs  ;D
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #27 am: 15. März 2011, 15:30:00 »

@JAG: Was immer auch passiert, knallt dem nächsten Cylonen der euch über den Weg läuft doch den § 328 StGB vor den Latz  ;D
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Re: TC 2,5 - Review
« Antwort #28 am: 15. März 2011, 19:19:32 »

§ 328 StGB
Ja und? Gott gab mir das Recht den Roten Knopf zu drücken. Und der steht über dem StGB
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