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Autor Thema: TC2 Reviews  (Gelesen 4368 mal)

Askahain

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TC2 Reviews
« am: 04. Oktober 2010, 21:46:44 »

So ich versuche mal in meinem immer noch halb wachen Zustand ein Review hinzubekommen.

0 Tage davor:
Abgesehen davon das ich mit exakt dem letzten Tropfen Sprit angekommen bin war das soweit alles gut gelaufen. Direkt auch die SL gefunden und Leute die beim Viper auspacken und aufbauen geholfen haben. Danach konnte ich mich um mein Zimmer kümmern. Es gab für jeden 2 Schildchen für den Schrank und das Bett auf dem (zumindest bei Piloten) Name und Callsign standen. Also den ganzen Kram auf Zimmer geschleppt Schilder angeklebt und wieder in den Simulatorraum um mich dort mit einem PC der Viper herum zu schlagen (das Mistding hat irgendwie die Fahrt nicht überstanden).
So erfolgte auch bald der Time-In und es gab viel zu tun (Ich glaube ich bekomme es nicht mehr ganz der Reihe nach hin). Die Deckhands wurden angewiesen den Simulatorraum zu vernetzen, es gab leckeres Essen, die Under Secretary of Defense kam an und überall waren Zivilisten.
Nachdem der Simulatorraum dann soweit fertig war ging es in die Bar um dort noch eine Runde Tauron-Hold-Em zu spielen (Natürlich nur um Plastikchips und Spenden für die Akademie :) ) Ein Ambrosia wurde getrunken (ekelhaftes grünes Gesöff das mir die Barfrau da aufgeschwatzt hatte) und der Abend klang dann aber auch um ca. 1 Uhr ungrad nach einem Tag voller Beschäftigung aus (Ich hatte gar keine Zeit mich zu langweilen).

1 Tag davor:
Irgend ein Idiot steht in meinem Zimmer und schreit was von Aufstehen und Antreten und kompletter Ausrüstung. Realisiert habe ich alles erst nachdem ich den ersten Stiefel anhatte. Der Idiot war ein Ausbilder und es war ca. 3:15 Nachts .. hmm muss etwas mit dem Kreuzchen bei Härtegrad 4 zu tun habe.... GEIL :). Also den Rest angezogen Helm aufgesetzt und auf dem Hof gerannt. Da ich im guten Mittelfeld lag gab es kein Anschiss vom Ausbilder aber ihm hat das alles nicht gefallen also wurde Sportkleidung befohlen. Wieder hoch, umziehen, runterrennen und das ganzen in unter 5 Minuten. Diesmal war es schneller. Dem Ausbilder aber immer noch nicht Recht. Also Hoch umziehen (Kampfausrüstung), wieder runter, und wieder unter 5 Minuten. Danach dürften wir 10 Liegestütze machen und uns dann bei der Waffenkammer melden. Danach gab es einen ca. 600 m Lauf (gemütlich). Es gab hierbei 1-2 Ausfälle um die sich aber direkt gekümmert wurde und für die wohl nur alles etwas schnell ging. Also nichts schlimmes. Wer wollte dürfte die 600m danach nochmal laufen, und klar wollten wir (Jetzt war man eh wach). Also nochmal durch den nächtlichen nebligen Wald.
Danach sind wir alle wieder gemütlich Duschen und ins Bett gegangen. Nja fast alle außer ein kleine Picon Dorf mit dem Namen "Zimmer 108" Sie durften noch ein Bericht schreiben dessen Inhalt ich leider nicht kenne. (Die Aktion war nur für Härtegrad 4 und 5 Leute der Rest hat weiter geschlafen).
7:15 (45 Minuten vor dem Wecken) Zimmer 108 und 109 dürften zum Frühsport. Liegestütze, Hampelmann, Situps, Staffellauf (Alles in hämopatischen Dosen) Das war der Moment wo ich dachte "FRACK der Tag ist am Arsch" aber es ging als ich wieder im Zimmer war war ich erstaunlich wach.
Also duschen und frühstücken. Danach war (glaube ich) die Vorbesprechung für das Manöver (wobei ich fast eingeschlafen wäre) und es wurde Post ausgeteilt, ein Entlassung aus dem Militär, ein Straffzettel für MISS Taggard (oh war das schön) und einiges andere. Es wurde gefragt wer Klamotten dabei hat um bei dem etwas Suboptimalen Wetter den Außeneinsatz zu machen und es meldeten sich 4 Leute (Ich war einer davon). Der Rest dürfte das erobern und verteidigen von Gebäuden üben.
Wir sind also raus in den Wald um eine Demonstration für die hohen Herren zu machen und ich hoffe es hat halbwegs was ausgesehen obwohl wir nur zu 4 waren + eine Ausbilderin.
Danach hatte ein Marine noch die Gelegenheit ein neues Waffensystem zu testen was er auch tat und gleich dem Hersteller viele Verbesserungsvorschläge machte :)
Wir konnten danach wieder abziehen zu Basis wobei wir jedoch unterwegs von Vollautomatischen Waffen Beschossen wurden. Na toll, im Dreck liegen mit einer Waffe in der nur Platzpatronen sind, nun gut der Feind weiß es nicht. Also haben wir uns in Richtung der Schüße vorgearbeitet und haben nach einer Weile "durch den Wald purzeln" statt dem Schützen ein Fahrzeug gefunden. Dummerweise war das Fahrzeug nicht alleine sonder beinhaltete eine Madam Under Secretary .. die .. nja .. sehr tot war. Wir haben also das Fahrzeug gesichert, erste Spuren gesucht und wilden Funkverkehr mit der Basis begonnen. Nach einer Weile hatte ein Raptor die gegend überflogen und Marines sind zu uns vorgerückt. Juhu, endlich scharfe Munition. Nach einer Weile entdeckten wir noch den Fahrer der es immerhin ca. 30 Meter vom Auto weggeschafft hat dann aber aufgrund eine Bleivergiftung des Gehirns verstorben ist. Das Fahrzeug wurde also zurück zur Basis gebracht und wir zogen uns auch zurück (wohl wissend das irgendwo noch ein Feind lauern muss). In der Basis wurde erstmal die Evakuierung in den Bunker befohlen (Nein, kein stellt euch vor das ist ein Bunker, sondern ein sehr realer Atombunker) Dort wurden wir alle in einem großen Saal "gelagert" und es gab für alle MRE's (Amerikanische Armeerationen) die wir und also mit Wasser und chemischen Kochern Warm machten (Grandios ich hatte Spagetti mit Hackfleischsoße, dazu ein Würzbrot mit Ceedar-Käse, als Nachtisch Griesbrei mit Kirschen und Blaubeeren und natürlich Kekse.
Als die Lage soweit geklärt war konnte der Akademie-Betrieb wieder aufgenommen werden und es gab eine Vorlesung über Gravitation und Einsatzplanung. Zwischenzeitlich sind auch die Ermittler eingetroffen die den Anschlag untersuchen sollten. Wir aber haben einen Test im Fach Einsatzplanung geschrieben und ihn danach besprochen. Daraufhin wurde ich wegen eines "Computerproblems" mit einem anderen Experten zu den Ermittlern gerufen. Wir hatten die Aufgabe den Computer der Madam Under Secretary nach Beweisen zu untersuchen. Also lösten wir dieses knifflige Problem und konnten nach ca. einer Stunde die Ergebnisse präsentieren.
Worauf es fast nahtlos zum Abendessen ging (Kassler,Rinderbraten,Rotkohl, irgendwas mit Wirsing, Spätzle,....) kurzum lecker. :)
Oh bevor ich es vergessen. Es gab am Nachmittag noch 4 verschiedene Kuchen *yummy*.
Nach dem Essen ging es dann für die Piloten noch um einen wichtigen Punkt.. Wer ist "Top-Gun". Es wurde also eine Mission geflogen und Wookie koordinierte den ganzen Haufen. Ich hatte relativ viel Glück und konnte so den "Titel" erringen. Wobei alle andern natürlich auch großartig waren.
Es ging also nach einer alten Piloten Tradition in die Bar um das zu feiern und Doppelkekse mit Tacco-Soße zu essen. Der Captain übergab mir den gefüllten Top-Gun Krug und ich nippte daran "verfrakte Scheiße" der war voll mit Ambrosia! Das kann doch kein Mensch trinken! Nja, mit jedem Schluck wurde es einfacher und mein Tauron-Hold-Em Spiel immer schlechter. Irgendwann wurden dann noch die Barkeeperin und ein Zivilist bewusstlos und erzählten irgendwas von Visionen, was ich aber nicht mehr ganz mitbekommen habe. Es war wohl auch nicht die beste Idee des Abends mir den Krug nochmal mit Ambrossia auffüllen zu lassen aber egal. Ich lag also nachdem ich meine Klamotten taktisch im Zimmer verteilt hatte irgendwann so um 2 (denke ich) im Bett.

0 Tage davor:
Das aufstehen war .. kompliziert.. , aber es ging. Ich machte mich halbwegs fertig und fand sogar das Frühstück (Warme Eier, warme Brötchen, Müsli, Früchte, die Akademie erinnert mich immer mehr an Urlaub). Danach wurde begonnen im Simulatorraum aufzuräumen bis der Götterdienst in der Messer begann. Er war ca. 30 Minuten lang und erstaunlicherweise nicht langweilig. Es wurde sogar das "Publikum" mit einbezogen indem es noch die Möglichkeit hatte etwas zu opfern. Danach ging es wieder zum aufräumen bis alle Zusammengerufen wurden da die Ermittler ihre Ergebnisse verkünden wollten. Was einem von Anfang an etwas komisch vor kam war das an jeder Tür bewaffnete Marines standen. Die Ermittler legten also ihre Untersuchungen dar und kurz bevor sie zum Punkt kamen stürmte Captain Ulissis (schreibt man das so?) mit einem Zettel wedelt in dem Raum und schrie "Schaltet den Fernseher ein". Dies wurde natürlich sofort getan und wir sahen auf der Leinwand einen Reporter der irgendetwas von einem Angriff sagte und danach in einem Blitz verschwand. Auch sahen wir Bilder wie die Flottenwerft über Skorpia in Ihre Einzelteile zerschossen wurde und wie Atombomben auf den Kolonien einschlugen. Alle starrten nur noch gebannt auf die sich wiederholenden Bilder.

Und an der Stelle geht es nächstes mal weiter :)

Ich hoffe man kann es lesen (Ich bin kein guter Schriftsteller und auch eigentlich zu müde für eine adäquate Rechtschreibung/Grammatik).
Damit das keine schlechtes Bild wirft, für Leute die nicht dabei waren, der Ambrossia war nur grünes Wasser und die Gesamtalkoholmenge belief sich auf ein Colabier :)
Man muss noch dazu sagen das die Location liebevoll ausgestattet war und sich auch die Spieler viel mühe mit Ausrüstung und Kleinigkeiten gaben.
Ich hoffe es wird mich auch nachgesehen das ich nicht jedes kleine Detail und Gespräch (Von denen es natürlich noch viele zwischen drin gab) im Review bedacht habe.
Alles in allem großartig und nur empfehlenswert da es keinerlei spürbare OT-Blasen gab und das Konzept einfach stimmig funktionierte.
An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank an die SL die das ganze ermöglicht hat.

So morgen fallen mir bestimmt hundert Sachen ein die ich jetzt vergessen habe aber die wird vielleicht jemand anderes noch in seinem Review dann schreiben.
Gespeichert
John Winter
Chief of Deck
Iason
http://battlestar.askahain.de/index.php

Florian

  • Gast
Re: TC2 Reviews
« Antwort #1 am: 06. Oktober 2010, 18:00:16 »

So, was lange währt, das wird dann auch länger. ;)

Hier mein Con-Bericht, den ich so konzipiert habe, daß er auch für Außenstehende einen guten Überblick liefert und sich somit auch an anderer Stelle verwenden läßt. Ich werde ihn auf jeden Fall noch im Ning-Ding posten.


Con-Bericht: Twelve Colonies 2 – Limits Of Control


1. Die Eckdaten

Vom 01. bis 03. Oktober 2010 im Haus Donnerskopf in Butzbach, veranstaltet vom Starfleet Operations e.V. - mehr zum gesamten LARP-Projekt gibt es unter http://www.twelve-colonies.de!


2. Das Vorfeld

Die Veranstaltung begann mit einer großen Lüge in der Ankündigung: „Diese Con spielt zeitlich ein Jahr vor der Pilotfolge, in der die 12 Kolonien von den Cylonen angegriffen und die Menschen zur Flucht gezwungen werden.“ Nachdem ich das erste Battlestar-Galactica-LARP im Vorjahr leider verpaßt hatte, wollte ich nun die geschätzten zwei Cons „Vorlauf“ dieses und nächstes Jahr unbedingt noch mitbekommen. Anfangs war ich durchaus ein wenig skeptisch und nicht völlig frei von den üblichen Vorbehalten: Läßt sich ein solches SF-Setting überhaupt darstellen? Kann man die Atmosphäre der Serie im LARP wirklich glaubhaft transportieren und erleben? Mündet das vielleicht in reiner Militärsimulation? Aber da ich jemand bin, der lieber (mit)macht und ausprobiert, statt nur drum herum redet, habe ich mich als Fan der Serie zusammen mit meiner Frau und einem Freund voller Optimismus angemeldet:

Für uns war klar, daß wir keine Kolonialen Militärs, sondern Zivilisten aus der „politischen Klasse“ spielen wollten: Gerade der spürbare „zivile Anteil“ und die Darstellung einer „Gesamtgesellschaft“ mit all ihren Facetten trägt für uns nämlich erheblich zum besonderen Charme der Serie bei. Es entstand schließlich das Konzept von Florentius Demeter, eines Mitglieds des People's Council (das parlamentarische „Unterhaus“ der Zwölf Kolonien) für die Kolonie Aerilon, der als neureicher, nationalliberaler „Falke“ und Sprachrohr der Rüstungsindustrie zusammen mit persönlicher Assistentin und Leibwächter angetreten war, um auf Einladung der Colonial Forces Academy (CFA) auf Picon vor Ort Wahlkampf gegen die massive Abrüstungspolitik von Präsident Adar zu machen.

Etwas Kopfzerbrechen bereitete mir die Frage nach einem passenden Kostüm. Da Zivilkleidung in der Serie doch sehr „irdisch“ ist, mir aber eine merkliche Verkleidung zur Darstellung einer Rolle (und auch der Spielwelt) sehr wichtig ist, wollte ich definitiv keinen normalen Anzug tragen, sondern es etwas SF-mäßiger gestalten. Diese Überlegung hat dann zusammen mit der Annahme, was ein aerilonischer Hinterwäldler, der zu Geld und kolonialem Einfluß gelangt ist, unter „geschmackvoll“ versteht, zu folgendem Ergebnis geführt:



Ich hoffe, der Spagat zwischen „doch noch BSG-Kanon“ und „trotzdem optisch anders und mehr SF“ ist mir einigermaßen gelungen.


3. Der Spielort

Das Haus Donnerskopf ist wohl keine unbekannte LARP-Location, ich selbst war aber zum ersten Mal dort. Für die Darstellung einer in die Jahre gekommenen Militäreinrichtung schien es mir ganz passend zu sein. Das Gebäude wurden innen und sogar außen mit Flaggen, Schildern und Plakaten dekoriert und jede Zimmertür war mit eigener Akademie-Kennung nebst Sicherheitsstufe versehen.


4. Die Story

Unter dem Eindruck der massiven Militärkürzungen stattet Madam Under Secretary of Defense der CFA auf Picon einen sehr kurzfristig angekündigten Besuch ab. Die Stimmung in den Streitkräften ist gereizt und auch die anwesenden Zivilisten stehen der Politik der Adar-Administration aus verschiedenen Gründen kritisch bis feindselig gegenüber. Im Rahmen eines Manöver-Besuches werden Madam Under Secretary und ihr Fahrer von einem unbekannten Attentäter ermordet, worauf die Akademie abgeriegelt und eine Nachrichtensperre verhängt wird. Sonderermittler versuchen, in einem Gebäude voller Verdächtiger den Täter zu finden. Als dieser nach dem Götterdienst am Sonntag vor allen Versammelten präsentiert werden soll, überschlagen sich die Ereignisse: Die Zwölf Kolonien werden angegriffen!


5. Der Ablauf

Ich bin noch nie so gerne in einer Con-Ankündigung mit Fehlinformationen versorgt worden: Die Überraschung, daß der Con nicht ein Jahr, sondern UNMITTELBAR vor dem Angriff der Cylonen spielt, war vollauf gelungen und als man die bewegten Bilder der Live-Berichterstattung sah, fiel mir wirklich die Kinnlade herunter, ich bekam eine Gänsehaut und war sprachlos. Großes Kino und der würdige Abschluß einer atmosphärisch absolut gelungenen Veranstaltung, deren Ablauf ich aus meiner Sicht skizzieren möchte:

Der Freitag begann mit der Vorstellung der Akademieleitung und schließlich der Ankunft der Madam Under Secretary. Uns Zivilisten wurde der Presseoffizier als Ansprechpartner zugeteilt, der aufgrund seines notorischen Übereifers und chronischen Arbeitsstresses schon bald den Spitznamen „Aerilonisches Eichhörnchen auf Ambrosia“ bekam. Die Betreuung war eine schöne Mischung aus echter Aufmerksamkeit und subtiler Kontrolle – man hatte als parlamentarischer Freund des Militärs zwar den Eindruck willkommen zu sein, blieb aber spürbar ein Fremdkörper in einer militärischen Einrichtung. Daher kam ich, außer mit anderen Zivilpersonen und der Akademieleitung, auch kaum „mit der Truppe“ ins Gespräch. Dafür aber mit einigen Medienvertretern, bei denen ich meine Tiraden über die unfähige Adar-Administration loswerden konnte. Zusammen mit diesen Interviews bildete der Einblick in den Akademiebetrieb in Form eines Vortrages über die (quasi schon abgeschlossene!) Einführung des CNP-Systems (ja, das Ding von Gaius Baltar mit den Hintertüren für die Cylonen) meinen persönlichen Höhepunkt des gut dreistündigen Abends.

Am Samstag Morgen stand eine Podiumsdiskussion/Pressekonferenz mit Madam Under Secretary auf dem Programm, die sich zu genau dem rhetorischen und wenig lösungsorientierten Schlagabtausch unter Klischee-Politikern entwickelte, den ich mir erhofft hatte. Hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn ich es etwas schade fand, daß außer den Beteiligten, der Akademieleitung und der Presse kaum Zuschauer anwesend waren. Gerade vor dem militärischen Hintergrund hätte sich doch befohlene politische Bildung für die Truppe geradezu angeboten, um auch vielleicht noch durch zusätzliches Publikum nebst (Nach-)Fragen etwas mehr Dynamik in die Sache zu bringen und die nachfolgenden Ereignisse inhaltlich einzuleiten.

Für den Samstag Mittag war unser Besuch des Manövers „F.A.S.E. IX“ vorgesehen, das leider personell etwas unterbesetzt war. Offenbar wurde die Aufforderung der Orga, sich mit wetterfester (Wechsel-)Kleidung auszustatten, nur von wenigen (Militär-)Spielern beherzigt. So lief es dann lediglich auf die Vorführung von Kleingruppen-Taktiken hinaus, die aber wirklich professionell wirkten. Und es war ein tolles Gefühl, das ganze mit dem Feldstecher vom überdachten Unterstand aus beobachten zu dürfen. Da Madam Under Secretary das Manöver vorzeitig verließ, blieb auch noch Gelegenheit, die kämpfende Truppe mit Wahlkampf-Händeschütteln zu belästigen und der Vorführung eines neuen Waffensystems beizuwohnen. Bei unserer Rückkehr liefen wir, typisch für Zivilisten, mitten in eine laufende Häuserkampf-Übung und wurden, höflich aber bestimmt, auf unser Zimmer verbannt. Als dann der Ruf „Übungsende!“ zu vernehmen war, atmeten wir erleichtert auf und wollten endlich wieder zur Tagesordnung übergehen...

Doch plötzlich war ein Tumult zu vernehmen und wir erfuhren, daß scharfe Munition ausgeteilt wurde. Außerhalb des Gebäudes sei ein Ernstfall eingetreten, wir sollten uns nur noch innerhalb der Akademie bewegen und von den Fenstern fernhalten. Mehr Informationen bekamen wir nicht und es entwickelten sich diverse Spekulationen, die aber recht schnell einen möglichen Zwischenfall mit Madam Under Secretary als wahrscheinlichstes Szenario in Erwägung zogen. Das Akademiegebäude erschien schließlich wohl selbst den Militärs nicht mehr als so sicher wie zuvor noch betont, so daß wir mit bewaffneter Eskorte in den Bunker der Akademie überführt wurden. Also den echten Bunker des ehemaligen Warnamts VI, der diesen schönen Kalten Kriegs-Charme ausstrahlt. Dort gab es dann auch der Notsituation entsprechende Rationen (US-MREs).

Schließlich wurde bestätigt, daß Madam Under Secretary und ihr Fahrer Opfer eines Anschlages geworden seien und wir das Gelände der Akademie nicht verlassen dürften. In kürze würden Ermittler eintreffen und sich des Sachverhalts annehmen. Wir konnten den Bunker verlassen und auch der normale Akademiebetrieb wurde wieder aufgenommen, so daß ich zwei Vorträgen über Gravitation sowie Einsatzplanung und Führung lauschen durfte. Ersterer war nicht so ganz mein Interessengebiet, aber letzteren fand ich auch OT höchst interessant. Die irgendwann eingetroffenen Ermittler stellten zwischenzeitlich reihenweise Personen unter Arrest, in deren Zimmern Indizien zur Beteiligung am Mord an Madam Under Secretary gefunden worden waren. In so höchst lebensnahen Verstecken wie etwa unter einer Bettdecke im Zivilisten-Zimmer, so daß ich nebst höflich-bestimmter Bitte, das Durchsuchen eines Abgeordneten-Zimmers besser zu unterlassen, auch den dezenten Hinweis einfließen ließ, daß all diese Beweise wohl höchstwahrscheinlich vom tatsächlichen Täter untergeschoben waren.

Unter dem Eindruck der Ermittlungen und einer Nachrichtensperre verlief der weitere Tag mit allerlei Spekulationen. In dieser Situation vermißte ich die tags zuvor noch recht zahlreich vertretenen Journalisten, um so etwas wie Stellungnahmen zum Mord, Dementis usw. abzugeben. Schade, aber die NSCs wurden ja tatsächlich anderweitig benötigt. Und so war zumindest mal Zeit für einen Besuch im Übungsraum der Piloten, in dem ich den Viper-Simulator im Einsatz bewundern und Zeuge des Top-Gun-Contests werden konnte. Das ganze war mit soviel Engagement und Liebe zum Detail gemacht und gespielt, daß es etwa eine Stunde dauerte bis mir OT bewußt wurde, daß ich da eigentlich nur ein paar Leuten beim Computerspielen zuschaue. ;) Schließlich wollten die Ermittler doch tatsächlich noch mit mir sprechen und ich beantwortete ihre Frage nach dem vor Ort wohl größten Feind der Ermordeten sogar wahrheitsgemäß mit „Ich“.

Der Abend schien sich entspannt in der Bar ausklingen zu lassen, als mein Leibwächter und ich bemerkten, daß meine persönliche Assistentin verschwunden war. Sie war schlicht wie vom Erdboden verschluckt. Angesichts der Tatsache, daß unter uns noch immer ein Attentäter frei herum lief, spielte ich dann einfach mal meine Karte als Freund der Streitkräfte aus und bat um eine Suchaktion. Binnen Minuten wurde, so schien es jedenfalls, alles was Beine hatte und eine Uniform trug mobilisiert, um Gebäude und Gelände zu durchsuchen. Wirklich beeindruckend, aber zunächst vergebens.

Dann kam eine SL zu mir und sagte: „Komm bitte mal mit, du träumst in der folgenden Nacht...“

Oh, ein LARP-Traum. Dazu muß man wissen, daß ich in der Vergangenheit mit LARP-Träumen eher suboptimale Erfahrungen gemacht hatte. Irgendwie ergaben die meist nur dann einen tieferen Sinn wenn man das Plotbuch kannte und waren bestenfalls nur verwirrend. Aber ich ließ es dann einfach mal auf mich zukommen und war schließlich...

...tja, da fehlt mir einfach immer noch ein passendes Wort. Nur soviel: Ich erlebte zwei Traumsequenzen, die so oder ähnlich auch von bestimmten Protagonisten der Serie erlebt wurden oder hätten erlebt werden können. Plötzlich selbst in diesen Situationen zu sein und sie als mögliche Zukunft des eigenen Charakters zumindest annehmen zu können war … WOW!

Nochmal meinen ausdrücklichen Dank dafür! Dieser Traum hat es definitiv in die Bestenliste meiner LARP-Erlebnisse geschafft. Und daß meine persönliche Assistentin als Statistin für irgendwas gebraucht wurde, war mir OT schon irgendwie klar, aber wir haben uns und alle anderen in der Zwischenzeit einfach ein wenig beschäftigt und auch die Erklärung für das Verschwinden war eines Mitglieds der Demeter-Delegation würdig. ;) Alles in allem jedenfalls der krönende Abschluß eines ereignisreichen Samstags, in dessen Folge ich mich bei Akademieleitung und Truppe noch mehrfach für das unverantwortliche Verhalten meiner Assistentin entschuldigen mußte...

Am Sonntag folgte nach dem Frühstück und der Abschlußbesprechung der Lehrgänge ein gemeinsamer Götterdienst. War sehr hübsch gemacht und das Einbeziehen aller Teilnehmer sorgte dafür, daß man auch mittendrin statt nur dabei war. Es war einfach schön, mal wirklich nur EINE gemeinsame Religion zu haben. Nachdem ich schließlich noch meine lang erwartete Rede an die Truppe halten konnte, nahte im Anschluß die öffentliche Benennung des Attentäters, was schon die bewaffneten Marines-Posten an den Zugängen der Messe unmißverständlich deutlich machten.

Gerade als der Kreis der Verdächtigen auf zwei Personen eingegrenzt war und eine „Und der Mörder ist...“-Situation entstand, brach das Chaos aus: Die Zwölf Kolonien werden angegriffen!

An dieser Stelle wird es wohl beim nächsten Mal nahtlos weitergehen. Und ich bin jetzt schon so aufgeregt wie ein Kind vor Weihnachten.


6. Die Vorschläge

Für den weiteren Verlauf der Twelve-Colonies-Reihe wünsche ich mir eine deutliche Erhöhung des „Zivilisten-Anteils“. In einem Militärakademie-Setting war das geschätzte Verhältnis von 1:5 zu den Militärs natürlich vollkommen in Ordnung, beim folgenden Exodus sollte es sich meines Erachtens aber etwa 1:1 ausgleichen. Gerade Rollen wie politische Aktivisten, Journalisten, Polizisten, Kriminelle usw., aber auch Otto Normalkolonist, lassen sich ebenso von Spielern darstellen und müßten dann nicht, wie es bei NSCs der Fall ist, für andere Rollen plötzlich verschwinden und im weiteren Spiel fehlen.

Und noch etwas in eigener Sache: Wenn ich IN ROLLE großspurig verkünde, daß für die Truppe alle Alkoholika in der Bar auf meine Rechnung gehen, dann heißt das auch genau das: Mein CHARAKTER kommt IT dafür auf (wofür hatten wir schließlich die vielen Cubits dabei...). Es bedeutet NICHT, daß ICH OT die Bierdeckel meiner Mitspieler begleichen will. Ich war doch sehr verwundert, daß nicht wenige diesen Unterschied zwischen IT und OT nicht begriffen haben und ich plötzlich zehn Biere auf meiner OT-Rechnung hatte. Die fünf Euro waren zwar kein Drama, aber beim nächsten Mal bitte erstmal etwas nachdenken, bevor man ganz selbstverständlich auf Rechnung seiner Mitspieler trinkt!


7. Die Schlußworte

Vielen Dank an die Orga/SL und alle Teilnehmer für ganz großes, interaktives Battlestar-Galactica-Kino.
Vielen Dank an die Orga/SL für die geduldige Betreuung im Vorfeld, einen liebevoll mit allerlei Details dekorierten Spielort, das ausgiebige Ausschlachten des Charakterhintergrundes und einen Erpresserbrief am Samstag Morgen, dessen Problematik aber nun wohl buchstäblich in Rauch aufgegangen ist.
Vielen Dank an die Küche für das leckere Essen, das weit über dem von mir erwarteten Standard einer Militärakademie lag.
Vielen Dank an die Bardame Leto für die Musikauswahl und den Betrieb der Kellerbar.
Vielen Dank an die NSCs für die Wandlungsfähigkeit, Madam Under Secretary, glaubhaften Medienvertreter und das nervigste Ermittler-Team aller Zeiten.
Vielen Dank an die Militär-Spieler für das geduldige Ertragen meiner Anbiederungen und natürlich für Uniformen, die wirklich mal uniform wirkten und den Großteil des Battlestar-Galactica-Ambientes ausgemacht haben.
Vielen Dank an die Zivilisten-Spieler für das viele Spiel untereinander und das gewisse Etwas in der militärisch dominierten Spielumgebung.
Vielen Dank an meine Entourage für all die großen Kleinigkeiten, genervten Blicke bei jedem neu ans Licht gekommenen privaten Fehltritt von Mr Councilman, das Merken der vielen Namen und eine politische Truppe mit Biß.
Vielen Dank an die Assistentin von Madam Under Secretary, mit der ich mich trotz erbitterter politischer Gegnerschaft angesichts geheimpolizeilicher Ermittlungsmethoden in grundsätzlichen Fragen der Demokratie erstaunlich einig war.  ;)
Vielen Dank an die Lieutenants „Squirrel“ Cain ;) und „Joker“ O'Sullivan für die zuvorkommende persönliche Betreuung.
Vielen Dank an Colonel Tyder für den sympathischen Akademie-Vater und Militär mit Courage und eigenem Kopf.
Vielen Dank an Major McNamara für das Lachen über Mr Councilmans Anspielungen und Witze.
Vielen Dank an die Captains Sellars und Harrison für zwei Vorträge, die mich in Form und Inhalt richtig beeindruckt haben.
Vielen Dank an Gunnery Sergeant Taggart für einen herrlich klischeehaften Landsmann.
Vielen Dank an Lieutenant „Wookie“ Shapherd für die Führung im Simulator-Raum.
Und vielen Dank an mich für diesen Con-Bericht und die Hoffnung, daß ihn tatsächlich jemand vollständig liest.
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